Welche Anwendungen lassen sich mit industriellen Ereigniskameras lösen?
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Welche Anwendungen lassen sich mit industriellen Ereigniskameras lösen?
Ob Notabschaltung oder Verarbeitungsfehler – tritt eine Störung im Betrieb auf, muss die Ursache so schnell wie möglich gefunden werden. Die industrielle Ereigniskamera VOC unterstützt bei der Fehlersuche. Wie die Ereigniskamera funktioniert und welches Modell sich für welche Beispielanwendung eignet, erfahren Sie in diesem Artikel.
Was ist eine industrielle Ereigniskamera?
Die Funktionen einer industriellen Ereigniskamera gehen über die einer klassischen Kamera zur Dauerüberwachung hinaus. Prozesse werden kontinuierlich auch in schwierig zugänglichen Bereichen beobachtet. Erst bei Vorliegen eines definierten Ereignisses wird die Aufzeichnung jedoch dauerhaft gespeichert. Durch den ereignisbasierten Ansatz wird die Datenflut auf die relevanten Aufzeichnungen reduziert. Neben der Optimierung der Speicherressourcen wird ebenso der Aufwand für die Auswertung der Bild- oder Videoaufnahmen verringert. Einige Ereigniskameras stellen zusätzlich Livestreams bereit.
Was sind die Vorteile der industriellen Ereigniskamera VOC?
Die industrielle Ereigniskamera VOC hält in einem Ringpuffer die jeweils letzten 900 Sekunden der fortlaufenden Videoaufnahme fest. Tritt ein vorab definiertes Triggerereignis ein, speichert die Ereigniskamera bis zu 900 Sekunden davor und danach in einem integrierten Speicher. Insgesamt stehen somit bis zu 1.800 Sekunden relevantes Bild- oder Videomaterial zur Verfügung, um die Situation zu analysieren. So lassen sich Fehler sofort beheben und Prozesse automatisch dokumentieren. Via 24/7-Liveansicht lässt sich die Situation auch aus der Ferne kontinuierlich im Blick behalten.
Für unterschiedliche Anforderungen sind drei Varianten der industriellen Ereigniskamera VOC verfügbar: die Standard-, die Advanced- und die Performance-Variante.

Die industrielle Ereigniskamera VOC
Die Standard-Ereigniskamera: Überwachung von Regalbediengeräten

Die Standard-Ereigniskamera ist die perfekte Lösung, um Ein- und Auslagerprozesse in Hochregallagern zu überwachen.
Vorgänge in schwer zugänglichen oder nicht einsehbaren Bereichen in Hochregallagern lassen sich mit der Standard-Ereigniskamera zuverlässig überwachen. So können etwa die Ein- und Auslagerprozesse von Regalbediengeräten gezielt aufgezeichnet und dokumentiert werden.
Um die Bild- oder Videoaufnahmen auszulösen, bietet die Standard-Version der Ereigniskamera VOC vier Triggeroptionen: digitaler Input, UDP, Webinterface oder REST API. Via WebRTC und RTSP lassen sich die Aufnahmen als Livestreams anzeigen. Die Mitschnitte können automatisch mit einem Zeitstempel oder individuellem Text versehen und in einem internen 8-GB-Speicher gespeichert. So stehen die Bilder oder Videos für die Fehleranalyse zur Verfügung und ermöglichen die ereignisgestützte Optimierung von Materialflüssen und Lagerprozessen.
Die Advanced-Ereigniskamera: Überwachung von Fertigungsprozessen

Die Advanced-Version der Ereigniskamera behält kritische Teilprozesse in der Batteriemodulmontage im Blick.
In jeder Fertigung gibt es Prozessschritte, von denen die Produktqualität entscheidend abhängt – beispielsweise in der Batteriemodulmontage. Hier eignet sich die Advanced-Version der Ereigniskamera VOC besonders gut, um kritische Teilprozesse im Blick zu behalten.
Zusätzlich zu den Triggeroptionen der Standard-Variante bietet die Advanced-Variante weitere Möglichkeiten. Mithilfe des Bewegungstriggers lässt sich zum Beispiel überwachen, ob in einem definierten Bereich eine Bewegung stattfindet. So lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, ob das Einsetzen der Batteriezellen ins Modul korrekt abläuft. Ein Beschleunigungstrigger erkennt, sobald definierte Grenzwerte in der Maschine überschritten werden. Auch die Ereignisse einer anderen Advanced-Kamera können als Triggersignale genutzt werden: Wird zum Beispiel eine kritische Bewegung im Bild der einen Kamera sichtbar, kann eine zweite Kamera getriggert werden und die Situation aus einem anderen Blickwinkel aufnehmen. Bis zu sechs Streams miteinander verknüpfter Kameras können gleichzeitig in einem Browserfenster abgebildet werden. So erhalten Anwender einen noch detaillierteren Überblick für eine einfache Ferndiagnose.
Darüber hinaus lässt sich der Bildbereich mit der Zoom-Funktion der Advanced-Variante hochpräzise auf den relevanten Bildausschnitt fokussieren. Mit 24 GB internem Speicher bietet die Kamera zudem besonders viel Platz zum Speichern der ereignisgesteuerten Aufnahmen.
Die Performance-Ereigniskamera: Überwachung von Palettierungsvorgängen
In der Logistik ist das Be- und Entladen von Paletten ein zentraler Prozessschritt. Mit der industriellen Ereigniskamera VOC lassen sich Übergaben, Bewegungs- und Greifvorgänge lückenlos überwachen und dokumentieren. Die Daten erlauben die frühzeitige Erkennung von Abweichungen im Materialfluss, etwa durch fehlerhafte Stapelbildung. Zudem kann durch die Dokumentation der Palettierung bei Problemen im Folgeprozess nachgewiesen werden, dass der Palettiervorgang vorschriftsgemäß erfolgt ist.
In dieser Anwendung bietet die Performance-Variante der industriellen Ereigniskamera entscheidende Vorteile, denn sie gewährleistet ein Höchstmaß an Datenschutz: Dank Gesichtsweichzeichnung müssen keine Aufnahmen von Personen gespeichert werden. Die Bereichsausblendung erlaubt es außerdem, sensible Bildbereiche unkenntlich zu machen. Darüber hinaus kann – wie auch bei den anderen Varianten der Ereigniskamera – die automatische Aufzeichnung im Fall von Serviceeinsätzen deaktiviert werden. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt über das HTTPS-Protokoll.

Mit der Funktion der Gesichtsweichzeichnung lassen sich strenge Datenschutzrichtlinien einhalten.

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Dank Bereichsausblendung können ganze Bildbereiche unkenntlich gemacht werden.
Findet die Palettierung in einem gesicherten Bereich statt, kann die Performance-Version der VOC darüber hinaus für die Zutrittskontrolle genutzt werden. Mit einem KI-gestützten Algorithmus zur Erfassung menschlicher Anwesenheit lässt sich automatisch feststellen und dokumentieren, sobald ein Zutritt zu dem zugangsbeschränkten Bereich erfolgt.
Unterschiede der VOC-Ereigniskameras im Überblick
| Standard-Ereigniskamera | Advanced-Ereigniskamera | Performance-Ereigniskamera | |
|---|---|---|---|
| Interner Speicher | 8 GB | 24 GB | 24 GB |
Trigger:
|
✓ | ✓ | ✓ |
Trigger:
|
x | ✓ | ✓ |
| Trigger: Personenerkennung | x | x | ✓ |
| Digitalzoom | x | ✓ | ✓ |
| Bildbereichsausblendung | x | ✓ | ✓ |
| Gesichtsweichzeichnung | x | x | ✓ |
| Personenerkennung | x | x | ✓ |
| QR-Codelesung | x | x | ✓ |
| Datenübertragung über HTTPS | ✓ | ✓ | ✓ |
| Industrial Event Camera VOC12M-F356-B12-V1D-CR2S | Industrial Event Camera VOC12M-F356-B12-V1D-CR2A | Industrial Event Camera VOC12M-F356-B12-V1D-CR2P |
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